Reflux-Zentrum Siegerland

Medizinische Spitzenleistung

Burbach/Siegen, 2. September 2015 – Ein Magenschrittmacher, der die Therapie gegen den Rückfluss v­on saurem Magensaft (Reflux) unterstützt, wurde nun im St. Marien-Krankenhaus Siegen – Klinik des Reflux-Zentrums – erfolgreich implantiert. Das neue Verfahren eignet sich für Patienten mit schwerer Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit, GERD) und Symptomen, die mindestens sechs Monate bestehen. Es war die weltweit erste Implantation eines Magenschrittmachers der zweiten Generation vom Typ EndoStim.

Das neue System besteht aus einem Stimulator (ähnlich wie ein Herzschrittmacher) und zwei Stimulationselektroden, die an eine implantierbare Elektrode angeschlossen werden. Die Elektroden werden mithilfe eines einfachen laparoskopischen Verfahrens (minimalinvasive „Schlüsselloch-Operation“) am unteren Ösophagussphinkter plaziert, und der Stimulator wird im Bauchbereich implantiert. Der Stimulator gibt den ganzen Tag lang automatisch Therapieimpulse an die Elektroden ab, die der Patient jedoch normalerweise nicht spürt.

Der Chirurg Dr. Dietmar Stephan nennt den Unterschied zur 1. Generation: „Das Einsetzen des Schrittmachers ließ sich mit weniger Aufwand handhaben und durch die geringere Größe des neuen Geräts konnte ich den Hautschnitt kleiner halten. Für die Patienten  heißt das künftig auch: kleinere Narben und noch weniger Schmerzen nach dem Eingriff.“

Frank R., Empfänger des Schrittmachers, hatte sich nach gründlicher Recherche für den Eingriff entschieden – nicht ahnend, dass er als erster in den Genuss einer neuen Generation Schrittmacher kommen würde. „Das war reiner Zufall und ich habe davon erst am Tag der Vorbereitungen für die OP erfahren, finde ich aber richtig gut“, kommentiert der Patient diese Premiere. Auch wenn er sich natürlich noch in der Erholungsphase befindet: Seit dem Eingriff hat der 48-Jährige kein Sodbrennen mehr gehabt, die erste Pizza vertrug er am vierten Tag nach der OP problemlos.

Verglichen mit der ersten Generation ist der neue Schrittmacher um 25 Prozent dünner und hat 40 Prozent weniger Umfang. Er wurde entwickelt, um Komfort, Akzeptanz und Ästhetik für die Patienten zu verbessern. Aber nicht nur die Bequemlichkeit steigt: Kernspinaufnahmen von Kopf, Armen und Beinen können nun mit zwei verschiedenen Gerätemodellen durchgeführt werden statt wie bisher nur mit einem.

Wichtigste Voraussetzung für den Therapieerfolg ist aber auch hier, ebenso wie bei den anderen Behandlungsformen, ein hohes Maß an Eigeninitiative, und die Bereitschaft zur konsequenten Umstellung der Ernährung und der Lebensgewohnheiten.