Reflux-Zentrum Siegerland

1. Siegerländer Reflux-Tag

Burbach, 2. Mai 2015 – Häufiges und starkes Aufstoßen und Sodbrennen, das sind die typischen Symptome einer Reflux-Krankheit. „Diese Beschwerden können enorm belastend sein, den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen“, sagt Prof. Dr. med. Joachim Labenz, Ärztlicher Direktor im Diakonieklinikum Siegen. „Anders als vielfach angenommen, ist nicht einfach zu üppiges Essen die Ursache. Vielmehr funktioniert meist der Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen nicht richtig, so dass vermehrt Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann“, ergänz Prof. Dr. med. Frank Willeke, Chefarzt der Chirurgischen Klinik im St. Marien-Krankenhaus Siegen. Wie sich bei einer Reflux-Krankheit die Beschwerden lindern lassen, ist Gegenstand des 1. Siegener Reflux-Tages. Dieser findet am 7. Mai um 17 Uhr im Haus der Siegerländer Wirtschaft (Spandauer Straße 25, 57072 Siegen).

„Welche Mittel und Maßnahmen bei der Reflux-Krankheit helfen, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein“, so Dr. med. Giesela Labenz, Leitung des Reflux-Zentrums Siegerland. Manche vermuten zunächst, dass bestimmte Lebensmittel wie Schokolade und Kaffee oder Gewohnheiten wie das Schlafen in Rückenlage die Beschwerden hervorrufen oder verstärken. Dann kann es einen Versuch wert sein, diese Lebensmittel zu meiden oder beispielsweise den Oberkörper beim Schlafen höher zu lagern. Auch kann der Lebensstil hinterfragt werden. Reicht das allein jedoch nicht aus, können Medikamente die Beschwerden. „Hierzu liefern aktuelle Studien wertvolle Ansätze, die in die Therapie einfließen können“, erklärt Prof. Dr. med. Joachim Labenz.

Bei sehr starken Beschwerden oder wenn Medikamente nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann auch eine Operation infrage kommen. Hierbei wird der obere Teil des Magens um die Speiseröhre gelegt, um zu verhindern, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Auch ein Magenschrittmacher kann implantiert werden. „Zwei Drittel der Menschen mit Reflux-Krankheit benötigen nach einem solchen Eingriff keine Medikamente mehr“, führt Dr. med. Dietmar Stephan, Sektionsleiter Minimal-Invasive Chirurgie im St. Marien-Krankenhaus Siegen, aus.

„Wenn jemand ab und zu aufstoßen muss oder wenn es gelegentlich hinter dem Brustbein brennt, ist das zumeist nicht schlimm. Dafür kann tatsächlich sehr fettes oder scharfes Essen eine Ursache sein“, beruhigt Dr. med. Giesela Labenz. „Erst wenn die Beschwerden so häufig und ausgeprägt sind, dass sie das tägliche Leben beeinträchtigen, oder die Speiseröhre sich entzündet hat, spricht man von einer Reflux-Krankheit.“ Eine Behandlung sei spätestens dann geboten, da sich auch Folgeerkrankungen bis hin zum Speiseröhrenkrebs herausbilden können.

Das Reflux-Zentrum haben das Diakonieklinikum Siegen und das St. Marien-Krankenhaus Siegen im Dezember letzten Jahres am Siegerlandflughafen gegründet. Als Kooperationsprojekt bündelt es die Kompetenzen der beiden großen Siegerländer Kliniken.